ZEIT ZU ZWEIT - ein Törnbericht
von Gabi und Erwin Thiel

Im letzten Jahr schon haben meine Frau und ich uns vorgenommen - nur wir beide - in den Dalmatinischen Gewässern eine Woche auf einem Boot zu genießen. Eine "ELAN 31", gechartert auf der Bootsmesse in Tulln, Basis: Marina "KORNATI" in Biograd schien für unser Vorhaben perfekt zu sein. Wir wollten die KRKA Wasserfälle besuchen und die Inselwelt der KORNATEN durchsegeln.

Am 15. Juni erreichten wir nach 7-stündiger Anreise unseren Ausgangshafen. Nachdem wir das Boot übernommen und uns mit Proviant eingedeckt hatten, schlenderten wir am Abend durch die entzückende Altstadt und die Hafenanlage von Biograd.

Am nächsten Tag um 8 Uhr liefen wir Richtung SIBENIK aus. Der Wetterbericht versprach für die ganze Woche Sonnenschein und leichten Wind, was mich sehr beruhigte, denn Segelmanöver unter widrigen Wetterbedingungen - allein mit meiner "Crew" Gabriele - verursachen mir einen flauen Magen, wenn ich nur daran denke. Ich muss erwähnen, dass meine "Crew" fallweise den Respekt vermissen lässt, der einem Skipper gebührt! Am späten Nachmittag erreichten wir - größtenteils unter Motor - das 38 SM entfernte SKRADIN. Das Anlegen in der Marina auf Muring funktionierte vorbildlich - ich sprach meiner "Crew" ein Lob aus.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Motorschiff den Fluss hinauf zu den Wasserfällen. Auf Grund der starken Regenperiode im Frühjahr führte die KRKA Hochwasser und es war fantastisch anzusehen, wie sich ein Übermaß an Wasser zischend, glucksend, brodelnd und gurgelnd den Weg über die sieben Fälle bahnte. Das gesamte Areal ist 109 km2 groß und wurde 1985 zum Nationalpark erklärt. In diesem Jahr hat man hier ein Wasserkraftwerk in Betrieb genommen, welches die Stadt Sibenik schon damals mit Strom versorgte.

Als wir am Abend zu unserem Boot zurückkamen, stellten wir fest, dass (na super!!!) unsere Wasserpumpe nicht funktionierte. Die Sicherung war in Ordnung, deshalb informierten wir den Stützpunkt und verabredeten uns mit den Serviceleuten im Stadthafen von Sibenik für den nächsten Tag. Die Wartezeit nutzten wir zu einem ausgedehnten Stadtbummel. Um die Mittagszeit wurde die Pumpe repariert und wir konnten in Richtung KORNATEN auslaufen.

Mit Windstärke 3 segelten wir unser nächstes Ziel, die Insel ZIRJE, an und ankerten in der Bucht STUPICA. Eine wunderschöne kleine, einsame Bucht, guter Ankergrund und gegen alle Winde sicher. Natur pur!

Am nächsten Tag - kein bisschen Wind! Baden war angesagt. Wir fühlten uns wie Adam und Eva im Paradies. Um die Mittagszeit verließen wir unsere liebliche Bucht und motorten Richtung KORNAT.

Liegeplatz - LOPATICA. Der Anker war kaum gefallen, da kamen schon die Beauftragten der Naturschutzbehörde und kassierten die Eintrittsgebühr. Für 24 Stunden 33,-- Euro!

Nun war uns auch klar, warum wir so wenigen Seglern begegneten.

Weiter ging es von LOPATICA nach LUKA ZUT. Weil die Sonne gar so schön vom Himmel strahlte und der Wind noch immer auf sich warten ließ, legten wir gezwungenermaßen auf offenem Wasser einen Badestopp ein. Unterhalten wurden wir von einem Wasserflugzeug, das stundenlang Übungsflüge für Waldbrandbekämpfung trainierte. Es nahm während des Fluges Wasser auf, drehte einige Runden und ließ es wieder ab. Und der Pilot war nicht zimperlich. Einmal verfehlte er uns nur um wenige Meter.

Am Spätnachmittag liefen wir das Restaurant "SANDRA" an, wo wir uns auf Muring legten. Dieses Lokal ist bekannt für ausgezeichnete Qualität und ebenso ausgezeichnete Preise. Nach zwei Tagen karger Bordküche kam uns die angebotene Fischplatte gerade recht.

Nach einer ruhigen Nacht konnten wir wieder Segel setzen und einen langen Segeltag genießen. Bei Windstärke 3 bis 4 legten wir 40 SM zurück und erreichten am Abend wieder unseren Ausgangshafen BIOGRAD.

Mit einem fröhlichen "Hallo Gabi, hallo Erwin" begrüßten uns Monika und Klaus Prtak während unseres abendlichen Souvenier-Bummels. Das war vielleicht eine Überraschung! Zufällig machten sie Station in Biograd während ihrer Urlaubsreise mit dem Wohnmobil. Da wir einander viel zu erzählen hatten, ließen wir den Abend in einem netten Lokal bei einem Gläschen Rotwein ausklingen.

Es war eine herrliche Woche und ich kann nur empfehlen:

NEHMT EUCH ZEIT ZU ZWEIT!