Ein kulinarischer Segeltörn
mit dem "DON CAT"

Die Crew:

Hravatski Franz

Windradl Rosa (Monika)

Auflauf Kurti

1. Tag
Donnerstag, 25. 10. 01:
Anreise

Donnerstag den 25. Oktober fuhr die Crew mit dem vollbepackten Vito auf der altbekannten Seglerroute nach Murter, Marina Hramina, wo der "DON CAT" aus seinem beginnenden Winterschlaf geweckt wurde. Das Wetter war sommerlich warm, der Himmel blau und wir hofften, dass es ein paar Tage anhalten könnte. Flott bezogen wir unsere Kojen, Franz und Monika im Backbordrumpf, Kurt im Steuerbordrumpf. Schon um 18:00 Uhr waren wir sehr hungrig und fuhren mit dem Fahrrad zu "Co". Für Kurt wurde eigens ein Fahrrad mitgebracht, sogar mit High-Tech-Beleuchtung und Absperreinrichtung. Nachteil: Beim Parken des Fahrrades musste Kurt die Beleuchtung abmontieren, da sie sonst andere Bewunderer "gefunden" hätte. Da dieser Bericht nicht nur ein seglerisches, sondern auch ein kulinarisches Logbuch werden soll, sei nun das Menü des Abends hervorgehoben.

MENÜ
VORSPEISE:
Polypsalat, gebratene Garnelen (Geschenk des Hauses)
HAUPTSPEISE: Franz und Kurt: Wolfsbarsch (Branzino) gebraten mit Petersilkartoffeln, Monika: Pleskavica mit Käse, Pommes, Salat
SPEZIALBEILAGE: Gebratene Jakobsmuscheln in der halben Muschel serviert (ebenfalls Geschenk des Hauses)
WEIN: Hauswein weiß ("Bjelo")
SONSTIGES: Der unvermeidliche Traveriza, mehrfach

Bemerkungen:
Ivica Co war leicht angetrunken und musste servieren. Als sein Kumpan Mile (Inhaber des Restaurants "Opat") ins Lokal kam, war Frau Co sehr böse und drohte, die Küche zu verlassen. Franz machte mit Mile ein Essen für den nächsten Tag auf Opat aus. Beim Erstellen der Rechnung hatte Co Schwierigkeiten, so musste er 25 x 4 auf einer Nebenrechnung speziell multiplizieren.

2. Tag
Freitag, 26. 10. 01, Staatsfeiertag:
Murter - Opat (10,29 sm)

Nach dem Frühstück und diversen Erledigungen (Einkaufen, Marinarezeption, Hafenkapitän, Überprüfen von Öl, Bilge usw., Wasser füllen, "DON CAT" segelklar machen) fuhren wir zum Volltanken. Das Wetter war super: Baro: 1028 Temp: 22° um 10:00 Uhr. Dann ging’s direkt nach Opat.
Beim Anlegen an der Mole half uns ein alter Papa mit den Murings. Anschließend gingen wir zum Restaurant auf ein Bier und Traveriza. Der alte Papa servierte uns außerdem Sardellenfilets in Olivenöl und Kräutern und ein Thunfischcarpaccio.
Bei der Rückkehr an Bord war es so warm, dass wir beschlossen zu baden. Das Meer war etwas frisch (20 - 21°), nach einigen Sekunden hatte man sich daran gewöhnt und wir schwammen munter wie die Fische.
Der Abend nahm einen erwähnenswerten Verlauf: Am späten Nachmittag legte eine österreichische Herrenpartie an der Nebenmole an, dem Dialekt nach dachten wir an burgenländische Prolos. Mile, der Lokalbesitzer kam spät mit einem Fischerboot und alleine, d. h. ohne seine Frau, die wegen des Alkoholpegels ihres Mannes streikte. Trotzdem besuchten wir das Restaurant, die Burgenländercrew kam bald nach. Die Männerwirtschaft klappte hervorragend, teilweise durch Selbstbedienung und nach dem Essen saßen wir alle an einem Tisch und sangen alte Hadern zu Gitarrenbegleitung. Die Burgenländer waren allesamt ordentliche junge Männer (keine Prolos) aus Eisenstadt und Rust (einige von ihnen haben auch ein Segelboot in Rust liegen), die in Zadar das kroatische Schiffspatent machten und ein paar Tage Segeltörn anschlossen. Der Abendgesang dauerte bis Mitternacht und endete mit unserer Bundeshymne und der kroatischen Bundeshymne (Mile und alter Papa mit stolzgeschwellter Brust und Hand am Herz) und einem Wein von der Laube des Lokals.

MENÜ
VORSPEISE:
Sardellen mit Olivenöl, Thunfischcarpaccio, getoastetes Weißbrot
HAUPTSPEISE: Drachenkopf-Brodetto (ein großer und ein kleiner Drachenkopf leider aus der Tiefkühltruhe in einer großen rechteckigen Pfanne serviert) hervorragend mit mitgebratenen Kartoffelscheiben und ganzen Paradeisern.
WEIN: Grasevino
SONSTIGES: Bier, Traverizas mit und ohne Kräuter

3. Tag
Samstag, 27. 10. 01:
Opat - Dugi Otok (Telascica - Mir) (17,27 sm)

Das Wetter war unverschämt schön und wir standen daher früh auf.
An Kornat entlang, teilweise unter Segel fuhren wir nach NW.
Wir besuchten sofort unseren "jungen Freund" mit dem Beiboot im Restaurant Mir, dessen Bruder, DI Bozidar Puhov mittlerweile Direktor des Naturschutzgebietes Telascica ist. Diesem Umstand verdankt Franz, dass wir keinen Naturschutzbeitrag zahlen mussten.

MENÜ
VORSPEISE:
Muschel "Tartuffo" in Knoblauchsauce
HAUPTSPEISE: 3 Goldbrassen (frisch geangelt) vom Holzkohlengrill, die besten Fische so weit unser Erinnerungsvermögen zurückreicht
BEILAGE: Mangold, Salzkartoffel, Salat
WEIN: Grasevino
SONSTIGES: Scharfer Feigenschnaps, Traveriza

4. Tag
Sonntag, 28. 10. 01:
Dugi Otok (Telascica - Mir) - Zadar (18,84 sm)

Wir wollten unbedingt die alte Stadt Zadar wiedersehen und den "DON CAT" in seine alte Heimat führen, wo er ja mit "DON VERMEEREN" viele Jahre verbracht hat. Das Wetter war wieder super, aber windstill. In der vergangenen Nacht fand die Zeitumstellung auf die Winterzeit statt.
Während der Fahrt hat Franz einiges fotografiert, beim Spaziergang durch Zadar hat er leider die Kamera vergessen. Wir lagen an einer Mole am Rand der Marina, wo wir unentdeckt blieben und uns die Marinagebühren ersparten. Insgesamt war in Zadar "Tote Hose", was darin gipfelte, dass wir kein anständiges Restaurant fanden und uns mit einer Pizzeria begnügen mussten (Pizza Marittima, Pizza Napolitana, nicht schlecht, Biere). Die Nacht war unruhig, da der dauernde Fährbetrieb das Hafenbecken aufwühlte und der "DON CAT" wackelte, wackelte, wackelte ...

5. Tag
Montag, 29. 10. 01:
Zadar - Murter (Hramina) (25,83 sm)

Eigentlich planten wir als Ziel Biograd. Leider war es windstill und wir motorten. Um 11:45 Uhr kam etwas NW-Wind auf, der noch zulegte und uns bis nach Murter trieb.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Tavle - Training, da nach dem Abendessen ein Tavle-Turnier angesagt war. Unumstrittener Gewinner war seine Majestät "Franz"!
Um 18:00 Uhr waren alle schon hungrig, finster war es auch schon und so radelten wir zu "Co". Die Frau des Chefs war immer noch böse, aber die Bedienung war wenigstens da (junges Mädchen mit dickem Pürzel).

MENÜ
VORSPEISE:
Minestrone, sehr gut
HAUPTSPEISE: Franz und Kurt: Muscalica, nicht ganz zufrieden (Sauce scharf, Lammperl unbekannter Herkunft)
BEILAGE: Erdäpfelschmarrn, sehr gut. Monika: Plescavica ohne Käse mit Zwiebel und Aiwa
NACHSPEISE: Marmeladepalatschinken, türkischer Kaffee
GETRÄNKE: Biere, Traveriza

6. Tag
Dienstag, 30. 10. 01:
Murter (Hramina) - Primosten (26,89 sm)

Das Wetter war dunstig, morgens noch windstill und wir wussten noch nicht genau wohin. Richtung Süden jedenfalls. Probieren wir Vodice. Bevor wir nach Vodice kamen, wollte sich Franz die halbfertige Marina Tribunj anschauen. Wir legten längsseits an, obwohl manche Stege Murings hatten, gingen spazieren, schauten uns nach Restaurants um, umrundeten die inselförmige Altstadt, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Und warteten auf Wind. Um 13:15 Uhr kam etwas Wind (W, NW, Maestrale?) auf und wir beschlossen Primosten anzuvisieren. Der Wind entwickelte sich immer günstiger, sodass wir bis fast vor Primosten segeln konnten. Die Insel Smokvica mussten wir umrunden, da zwischen Insel und Festland gerade ein Fischernetz ausgebracht wurde. Noch in der Dämmerung legten wir im Altstadthafen (Murings) an und wurden sogleich abkassiert (175 Kn) für Strom, Wasser und WC/Dusche im Lokal mit dem Delfin.
Nach dem obligaten Rundgang mit Besuch des Friedhofs und Analyse der noch offenen Restaurants übten wir Tavle für das abendliche Turnier. Bald waren wir hungrig und um 18:00 Uhr (eigentlich 19:00 Uhr nach der Sommerzeit) gingen wir Abendessen in ein Lokal, in dem wir kroatischen Eintopf und Kellner mit schwarzem Anzug und Krawatte analysiert hatten.

MENÜ
VORSPEISE:
Miesmuscheln, hervorragend
HAUPTSPEISE: Monika: Scampi gegrillt, riesig und frisch. Franz und Kurt: Kroatischer Eintopf (Tontopf frisch aus dem Feuer, Lammfleisch, Kraut, Zwiebel, Knoblauch, Paradeiser, lecker, riesig)
GETRÄNKE: Bier, Wein (erstmals: Zlahtina, Weißwein nicht schlecht)

Auf dem Rückweg zum "DON CAT", Espresso, Cappucino im Kaffeehaus an der Mole.
Das Tavleturnier gewann ausnahmsweise Kurt.

7. Tag
Mittwoch, 31. 10. 01:
Primosten - Tribunj (15,1 sm)

Nun mussten wir wieder nach Norden. Uns schwebte Vodice vor, abends Steak - Gustl usw.
Das Wetter war noch immer schön und warm, aber der Wind war schwach und aus der falschen Richtung. Wir motorten bis Vodice, dort angekommen (11:45 Uhr) hatten wir keine Lust dort zu bleiben und fuhren weiter bis Tribunj, wo wir ja noch kein Lokal besucht hatten. Am selben Platz wie dienstags legten wir längsseits an. Spaziergang auf den Berg, Altstadt, Faulenzen, Tavlespielen waren am Programm. Abends wurden wir abkassiert: 50 Kn, nicht viel, oder doch? Kein Strom, kein Wasser, keine Dusche.
Als wir zum Abendessen gingen, war es stockfinster. Deshalb entschieden wir uns gleich für das Lokal gegenüber des Steges. Überraschend war die tolle Einrichtung und ein sehr gut deutsch sprechender Kellner. Dadurch war eine Diskussion über unsere Essenswünsche möglich. Außerdem erzählte er uns, dass dieses Lokal seit 40 Jahren existiert und eines der ersten Privatbetriebe Jugoslawiens war. Weiters, dass für die Fertigstellung der Marina neue Besitzer gefunden wurden und dies in 1 bis 2 Jahren hoffentlich der Fall sei.

MENÜ
VORSPEISE:
Fischpastete mit Toastbrot
HAUPTSPEISE: Monika: Seeteufel in Weißweinsauce und Tagliatelle. Franz und Kurt: 1 Goldbrasse vom Grill gemeinsam, je ein Tintenfisch gefüllt (mit Käse und Schinken), lecker, Salat
GETRÄNKE: Bier, Grassevino (besondere Qualität, super), Espresso

Das abendliche Turnier gewann Monika.

8. Tag
Donnerstag, 1. 11. 01:
Tribunj - Murter (Hramina) (12,65 sm)

Morgens war es trüb, nahezu kein Wind und so beschlossen wir nach Murter zurückzukehren.
Ein wenig Segeln war möglich, jedenfalls waren wir bereits 11:35 Uhr in der Marina Hramina.
Am Horizont sah man schwarze Wolken, über der Marina war blauer Himmel und in der Kajüte hatte es 28°. So beschlossen wir, noch einmal über die Badeleiter baden zu gehen.

Nun endete leider der seglerische Teil. Es war an der Zeit, mit den Arbeiten zu beginnen, um den "DON CAT" winterfest zu machen.

Aber vorerst eine kleine Bilanz:
Wir legten insgesamt 126,87 sm zurück, davon ca. 33,7 sm unter Segel. In den 23,6 Motorstunden legten wir ca. 93,2 sm zurück. Das Wetter war immer schön (Barometer: 1025 - 1030, Tagestemperaturen bis 28°), meistens blauer Himmel. Winde: NE, NW.

Abends gingen wir ins "Kornat" essen. Das Lokal gehört den jungen Leuten, die im Vorjahr das "Bison" führten.

MENÜ
VORSPEISE:
Gemischter Fischsalat, marinierter Fisch
HAUPTSPEISE: Monika: Pleskavica und Garnitur. Franz: Gebackener Seeteufel (Pariser Art). Kurt: Tagliatelle mit Scampi
NACHSPEISE: Marmeladepalatschinken
GETRÄNKE: Bier, Weißwein (besonderer Grassevino), beliebig Traveriza (Kräuter)

9. Tag
Freitag, 2. 11. 01:

Vormittags etwas Arbeit (Segel und Latten abmontieren, ins Auto verladen), Fahrradausflug zur Schiffswerft, im Kaffehaus Istra-Bitter, das Wetter ist sonnig aber kühl durch eine sehr starke Bora, an baden ist nicht mehr zu denken. Nachmittags unternahmen wir einen Fahrradausflug nach Bettina, den wir dank Rückenwind fast bis Tijesno (Brücke) ausdehnten. Die Rückfahrt war anstrengend, da uns die Bora kräftigst ins Gesicht blies. In Bettina rasteten wir im Kaffeehaus bei einem Cappucino.
Abends fuhren wir zu "Co", dessen Frau nun etwas versöhnlicher dreinschaute.

MENÜ
VORSPEISE:
Minestrone, frittierte Sardinen (Geschenk des Hauses)
HAUPTSPEISE: Gegrillte Kalbsleber
BEILAGE: Erdäpfelschmarrn super
KOSTPROBE: Paradeiskraut
NACHSPEISE: Marmeladepalatschinken
GETRÄNKE: Bier, jede Menge Traveriza, türkischer Kaffee

10. Tag
Samstag, 3. 11. 01:

Das Wetter war schön, aber die Bora blies immer wilder und wir waren froh, im Hafen zu sein. Um 08:30 Uhr fuhren wir zum Kran, damit uns niemand zuvorkommt. Ein paar Minuten später wurde der "DON CAT" herausgehoben und ca. 1 Stunde mit dem Hochdruckreiniger abgesprüht. Ganz in der Nähe des Krans wurde er aufgebockt. Infolge des starken Winds schaukelte der Don Cat und viele Leute waren notwendig um ihn ordentlich zu positionieren. Einige Arbeiten (Bewuchs abspachteln, frostfestes Kühlwasser für den Motor ansaugen, Wassertank entleeren, Pumpen entleeren und vieles mehr) beschäftigten uns bis zum Nachmittag.
Abends gingen wir ins "Tic Tac", dem feinsten Restaurant Murtas.
Dazu mussten wir uns an "Co" vorbeischwindeln, da er sonst beleidigt gewesen wäre.

MENÜ
VORSPEISE:
Thunfischcarpaccio, Fischpastete, Miesmuscheln
HAUPTSPEISE: Monika: Tagliatelle mit Lachs. Franz: Weiss ich nicht mehr. Kurt: Seeteufel in Kapern und Weißweinsauce
NACHSPEISE: Creme Caramel, Creme war eher ein Pudding
GETRÄNKE: Bier, Weißwein von Hvar (sehr gut, 2 Bouteillen), Traveriza

Danach: Abschließendes Tavle-Turnier, welches Franz (wer sonst?) gewann.

11. Tag
Sonntag, 4. 11. 01:

Abfahrt morgens um 06:15 Uhr, Wetter schön, aber nur 1°, der "Sommer" war vorbei. Im Velebitgebirge: -4,5°, nahe den Plitvitzer Seen: -2°.
Obligates Frühstück um 09:30 Uhr: Eierspeise mit Speck und je 3 Eiern, selbstgebackene Brötchen, Bier, Kaffee.
Staus an der Grenze Kroatien - Slowenien, teilweise zäher Verkehr.
Spätes Mittagessen bei der Hodina-Raststätte Arnwiesen (Wienerwald: Franz: 1/2 Hendl, Monika und Kurt: Flügerl, Bierchen). Damit ist auch das kulinarische Logbuch zu Ende.
Weitere Staus rund um Wien wegen des Heimreiseverkehrs aus den Herbstferien.

Später Anruf von Franz: "Er hat Monikas Gepäck im "DON CAT" vergessen."
Aber das macht ja nichts, "Hauptsach' gsund samma." "Ja, ja!"

Mit Mast- und Schotbruch
Kurt Svoboda (Auflauf Kurti)